Digitales Programmheft

zum Konzert am 08.10.2022 um 19:30 Uhr im Festsaal der Orangerie Fulda

Felix Mendelssohn Bartholdy

Elias Op.70


Begrüßung

Sehr verehrte Gäste,

es ist mir eine große Freude, Sie hier heute im Stadtsaal der Orangerie Fulda begrüßen zu dürfen, besonders nach den vergangenen zweieinhalb Jahren, die für uns alle eine große Herausforderung darstellten. Vieles hat sich verändert, so können wir heute mit einem gewissen Stolz sagen „Ja, wir als klassischer städtischer Konzertchor „Winfridia“ haben es geschafft!“. 

Trotz der vielen zeitweise schwierigen Bestimmungen gibt es uns weiterhin. Viel Arbeit und ständig wechselnde Bedingungen warteten auf uns. Doch Dank unseres Vorstandes und des immer wieder innovativen Mitwirkens unseres Chordirektors Carsten Rupp ist es uns eine Ehre, heute für Sie den „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy aufzuführen.

„(…) ich glaube, dass die Musik eine heilende Wirkung hat, sie schafft eine Verbindung zwischen den Menschen. Sie ist wie eine Brücke zu etwas Größerem, das über uns steht und bei dem wir alle einen Platz haben!“ Anne Stern in Fräulein Gold

In diesem Sinne, lassen Sie uns alle diesen Abend genießen, voll der wunderbaren und heilenden Klänge eines der größten Organisten und Komponisten seiner Zeit, Felix Mendelssohn Bartholdy. Zehn Jahre arbeitete Mendelssohn insgesamt an dieser seiner großen und imposanten Schöpfung „Elias“, dass schlussendlich zu seinem wohl beliebtesten und bekanntesten Werk wurde.

Spüren Sie mit uns gemeinsam hinein in dieses herausragende musikalische Werk, möge es uns künftig, grade in den kommenden Wintermonaten, mit einem inneren Strahlen erfüllen, sowie mit freudigen Erinnerungen an unsere musikalische Verbindung an diesen heutigen Abend. 

Genießen Sie das Konzert

Herzlich, Ihre

Susanne Haskamp 

1. Vorsitzende


Informationen zum Werk

Felix Mendelssohn Bartholdy

Jakob Ludwig Felix Mendelssohn wurde am 3. Februar 1809 in Hamburg geboren, aber bereits 1811 zog die Familie aufgrund der napoleonischen Besetzung Hamburgs nach Berlin. Mendelssohn stammt aus einer angesehenen jüdischen Familie. Sein Großvater war der berühmte Philosoph Moses Mendelssohn. Den zweiten Namen Bartholdy nahm die Familie an, als die Eltern von Felix Mendelssohn 1822 zum lutherischen Glauben konvertierten. Bartholdy war der Name des Onkels mütterlicherseits, der diesen Schritt deutlich unterstützt hatte.

Der junge Felix wuchs mit drei weiteren Geschwistern in einer kulturell sehr aufgeschlossenen Familie auf. Sein musikalisches Talent wurde, wie auch das seiner Schwester Fanny, zu der er zeitlebens ein sehr enges Verhältnis hatte, früh erkannt und entsprechend gefördert. Er erhielt Unterricht im Klavier- und Violinspiel, später auch in Komposition. Seit seinem elften Lebensjahr wirkte er regelmäßig im Chor der Berliner Singakademie mit, der zu dieser Zeit von Carl Friedrich Zelter geleitet wurde. Diese Chorerfahrungen haben Mendelssohns musikalische Laufbahn entscheidend beeinflusst. Zelter, ein großer Freund der Musik von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Joseph Haydn, unterstützte die musikalische Ausbildung von Felix Mendelssohn-Bartholdy und prägte vermutlich auch dessen Wertschätzung für die Musik des „alten“ Bach, dessen Musik im 19. Jahrhundert eher traditionell wirkte und oft als unmodern empfunden wurde.

Als Christ im lutherischen Glauben erzogen, war Mendelssohn sehr interessiert daran, die Musik von Johann Sebastian Bach, die zu der damaligen Zeit fast völlig in Vergessenheit geraten war, zu studieren, sie wieder aufzuführen und selbst in dessen Stil zu komponieren. So setzte er sich dafür ein, dass Bachs „Matthäus-Passion“ mehr als 60 Jahre nach dem Tod des Komponisten, im Jahr 1829, zum ersten Mal wieder aufgeführt wurde. Mendelssohn, gerade 20 Jahre alt, hatte das Werk mit dem Chor der Berliner Sing-Akademie einstudiert und dirigierte die Aufführung selbst.

Mit 26 Jahren wagte er sich an sein erstes Oratorium („Paulus“). Während der Arbeit an diesem Werk wurde er zum Leiter des Leipziger Gewandhausorchesters ernannt. Der sechsjährige berufliche Aufenthalt in dieser Stadt ermöglichte es auch, dass Mendelssohn Orgelkonzerte in der Thomaskirche gab sowie eigene Chorwerke in der Kirche aufführte, die so eng mit dem Namen Johann Sebastian Bachs verbunden ist.

Mendelssohn war erst Mitte dreißig, als sich seine Gesundheit verschlechterte. Der einst so lebhafte junge Mann hatte sich völlig verändert. Als er zur Aufführung des „Elias“ nach Birmingham kam, waren „viele Zuschauer … von seinem Aussehen schockiert: beunruhigend dünn, fahl und kahlköpfig.“[1] Wenn ihn jemand fragte, wie er sich fühlte, so antwortete er: „Grau in Grau“. Das Reisen, das Dirigieren und selbst das Klavierspielen fielen ihm schwer. Als seine Schwester Fanny im Mai 1847 mit 41 Jahren an einem Herzinfarkt starb, traf ihn das so tief, dass er sich von dem Schmerz nicht mehr erholte. Fanny war der Mensch, zu dem er die vermutlich innigste Beziehung gehabt hat. Sie war ebenso eine hervorragende Musikerin und auch wenn Felix Mendelssohn sie als Frau, entsprechend den damaligen Gepflogenheiten, in ihrer musikalischen Entwicklung oft bevormundete und einschränkte, war sie doch seine wichtigste Vertraute in vielerlei Hinsicht.

Am 4. November 1847 starb Felix Mendelssohn-Bartholdy in Leipzig. „Auf seinem Schreibtisch lagen Skizzen für ein drittes Oratorium, Christus.“[2]

Die Entstehungsgeschichte des „Elias“

Das Elias-Projekt beschäftigte Mendelssohn bereits seit 1837. „Paulus“, sein erstes großes Oratorium, war gerade ein Jahr vorher, im Jahr 1836, mit großem Erfolg uraufgeführt worden. Dadurch ist Mendelssohn schlagartig zum Meister des Oratoriums aufgestiegen. Man feierte ihn als größten lebenden Vertreter dieser Musikgattung und sah ihn in einer Reihe mit Händel („Messias“) und Haydn („Die Schöpfung“). An diesen Erfolg wollte Mendelssohn anknüpfen und ein zweites Oratorium mit einem biblischen Thema komponieren. Hinzu kam, dass seine Liebe zur Oper nicht den musikalischen Erfolg hatte. Möglicherweise dachte er auch daran, ähnlich wie schon Händel, das Oratorium als eine Art „Oper mit biblischen Texten“ aufzufassen und so die beiden musikalischen Gattungen zu verknüpfen. Vielleicht war auch dies der Grund, dass sich Mendelssohn für sein zweites Oratorium die Figur des „Elias“ auswählte, einen Propheten des Alten Testamentes, „dessen unablässiges Wirken die Kinder Israels vom gefährlichen Abweichen zu den Götzen der Nachbarvölker zurückriss“.[3]

Mendelssohn schreibt an Schubring am 2. November 1838:

Ich stelle mir Elia als einen großartigen und mächtigen Propheten vor, wie wir ihn in unseren Tagen gut täten – mächtig, eifrig, aber auch hart und wütend und finster; ein auffälliger Kontrast zu den Hofsykophanten und dem Pöbel; im Gegensatz dazu praktisch zur ganzen Welt; doch auf Engelsflügeln getragen.

Aber erst acht Jahre später, mit der Einladung zum Musikfest in Birmingham, die verbunden war mit der Bitte, ein eigenes neues Werk aufzuführen, begann Mendelssohn intensiv mit der Arbeit an der Komposition des „Elias“. Er vollendete die Partitur am 11. August 1846, gerade rechtzeitig für die Uraufführung in Birmingham am 26. desselben Monats. Obwohl er das Werk in deutscher Sprache komponiert hatte, war es bei dem Musikfest in Birmingham in englischer Übersetzung als „Elijah“ zu hören. Die Uraufführung, bei der Mendelssohn sein Werk selbst dirigierte, war für ihn ein großer Erfolg. England galt seit der Händel-Zeit als führendes Land der Oratorienkunst und viele heraus-ragende Oratorienchöre pflegten diese Musikgattung. So ist es nicht verwunderlich, dass im Rahmen des Musikfestivals auch noch andere große Chorwerke, darunter Händels „Messias“, Haydns „Schöpfung“ und Beethovens „Missa solemnis“ erklangen. Aber Mendelssohns „Elias“ war das einzige dieser großen Werke, welches in England seine Uraufführung erlebte, was es für die Gastgeber zusätzlich bedeutsam machte.

Während des folgenden Winters verbrachte Mendelssohn einige Zeit damit, die Partitur zu über-arbeiten, um Teile davon „gewichtiger und mystischer“ zu machen. Anschließend leitete er am 16. April 1847 die Uraufführung der revidierten Fassung in London. Mit seinem „Elias“ hat Mendelssohn ein Werk geschaffen, das sowohl in der Kirche als auch im Konzertsaal seinen Platz hat. Die damit immer wieder aufkommende Frage, ob der „Elias“ gerade auch wegen seiner opernhaften Dramaturgie Kirchenmusik ist, beantwortet H.C. Heller folgendermaßen: „Es ist müßig, ob Mendelssohns Oratorien als Kirchenmusik zu betrachten sind oder nicht. Nicht der Gebrauch macht ja ein musikalisches Werk zu einem Stück religiöser Musik, sondern die Fähigkeit, im Publikum eine Art geistlicher Gemeinde zu schaffen, und das ist sicherlich bei „Paulus“ und noch mehr bei „Elias“ oft der Fall gewesen.“[4]

Besetzung und Textgestaltung

Das Oratorium besteht aus zwei Teilen mit insgesamt 42 Musiknummern. Die Partitur erfordert vier Solisten. Der Bass verkörpert die Titelfigur Elias, die anderen drei Stimmen repräsentieren von Zeit zu Zeit bestimmte Charaktere. Sopran: die Witwe, der Engel; Alt: ein Engel und die Königin Isebel; Tenor: Obadjah und König Ahab. Die Rolle des Jungen, der von Elias aufgefordert wird, auf Regen zu achten, wird oft einem Jungen-Sopran zugewiesen. Hinzu kommt ein vierstimmiger gemischter Chor. Das Doppelquartett (Nr. 7) sowie das Quartett mit Chor (Nr. 35) wird meist mit Stimmen aus dem Chor besetzt, so auch in dieser Aufführung. Das Orchester setzt sich zusammen aus zwei Flöten, zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Fagotten, vier Hörnern, zwei Trompeten, drei Posaunen, einer Ophikleide (heute üblicherweise durch die Basstuba ersetzt), Pauken und Streicher.

Der Text stammt aus der Heiligen Schrift, hauptsächlich aus dem 1. Buch der Könige, Kapitel 17 bis 19, und dem 2. Buch der Könige, Kapitel 1 und 2. Zusammengestellt wurden die Texte von Mendelssohn selbst, unter Mithilfe seiner Freunde Julius Schubring, einem evangelischen Pfarrer aus Dessau, der auch schon das Libretto zu Mendelssohns Oratorium „Paulus“ geschrieben hatte, und Karl Klingmann, der ihn häufig auf seinen Reisen begleitete.

Im neunten Jahrhundert vor Christus war Elias eine eindrucksvolle Gestalt. Sein wichtigstes Anliegen war die Verteidigung des Ersten Gebotes „Du sollst keine fremden Götter neben mir haben“. Sein mächtiger Gegner war Ahab, König von Israel von 874 bis 853 v. u. Z. und noch mehr dessen Frau, Königin Isebel. Sie war eine phönizische Prinzessin, die die Anbetung des Baals nach ihrer Heirat mit Ahab in ihre neue Heimat mitgebracht hatte.

Mendelssohn gestaltet den Beginn des Oratoriums sehr ungewöhnlich: Vor die Ouvertüre setzt er die Prophezeiung des Elias, dass Gott als Reaktion auf die Götzenanbetung eine mehrjährige Dürre schicken wird. Damit schafft er eine besondere Dramatik, die noch durch die Verwendung sogenannter „Tritonus-Intervalle“ verstärkt wird. Diese Tonfolge (eine übermäßige Quarte bzw. verminderte Quinte) „galt dem Mittelalter als ‚diabolus in musica‘, als Teufel in der Musik, und war noch bis in die Tage der Klassik verfemt.“[5]

Die dann tatsächlich eintretende extreme Trockenheit bedroht das gesamte Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen. Der Chor in der Rolle des Volkes bittet um Wasser („Hilf, Herr!“) und beschreibt in einem A-capella-Rezitativ die Situation („Die Tiefe ist versieget! Und die Ströme sind vertrocknet“). Gott verspricht „Barmherzigkeit an vielen Tausenden, die mich lieb haben und meine Gebote halten“.

Im dritten Jahr der Dürre beschuldigen sich König Ahab und Elias gegenseitig, der Unruhestifter zu sein (Ahab: „Bist du’s, Elias, der Israel verwirrt?“ / Elias: „Ich verwirre nicht, sondern du, König, und deines Vaters Haus…“). Doch woher kann Rettung kommen? Während Ahab auf Baal setzt, vertraut Elias auf Jahwe, der seine Hand über ihn hält. So fordert Elias den König zu einem Wettstreit auf: Er soll das Volk und seine Baalpriester auf dem Berg Carmel versammeln und ein Brandopfer vorbereiten. Elias: „Welcher Gott nun mit Feuer antworten wird, der sei Gott!“ Der Höhepunkt der Auseinandersetzung ist erreicht, als die Baalpriester in einem eindrucksvollen Chorsatz rufen: „Baal, erhöre uns!“ und Elias sie mit seinen Zwischenrufen „Rufet lauter“ verhöhnt. Wie in Ekstase rufen die Priester immer wieder ihren Gott an („Baal! Baal! Gib uns Antwort, Baal!“), aber nichts geschieht. Nun schickt Elias sein Gebet zu Gott. Mendelssohn unterstreicht die Erhabenheit dieses Augenblickes durch das nachfolgende Solo-Quartett „Wirf dein Anliegen auf den Herrn, der wird dich versorgen.“ Das Wunder geschieht, Feuerflammen fallen vom Himmel und das Volk erkennt: Der Gott Israels ist ein ‚eifriger‘ Gott, der straft, aber auch belohnt.

Elias wird vom Volk aufgefordert, ein zweites Wunder bei Gott zu erbitten. Er solle es endlich wieder regnen lassen. So gibt Elias einem kleinen Jungen die Aufgabe, den Himmel zu beobachten. Nach mehrmaligem Anflehen Gottes durch Elias zeigt sich eine kleine Wolke, die sich auswächst zu einem Sturmwind und der Junge den ersehnten Regen vermelden kann. Mendelssohn gestaltet diese Szene tonmalerisch, sodass man als Zuhörer das Rauschen des Meeres und das Anwachsen des Windes bis hin zum Orkan förmlich spüren kann. Der Chor bricht in Jubel aus: „Dank, sei dir Gott, du tränkest das durst’ge Land!“ Erneut gelingt es also Elias, Gottes Hilfe zu erwirken. Dieses meisterhafte Zusammenspiel von Inhalt und Musik und die damit verbundene Dramaturgie hat das Publikum bei der Uraufführung so begeistert, dass es eine Wiederholung dieser Szene, die auch als ‚Regenwunder‘ bezeichnet wird, einforderte.

Doch Elias‘ Erfolg ist nicht von Dauer. Im zweiten Teil muss der Prophet erleben, wie vor allem die Königin Isebel das Volk gegen ihn aufhetzt („Habt ihr’s gehört, wie er geweissagt hat wider dieses Volk?“/“Habt ihr nicht gehört, dass er gegen ganz Israel prophezeit hat?“). Er ist der unbequeme Mahner, der des „Todes schuldig“ ist. Elias ist verzweifelt, hält seine Mission für gescheitert („Es ist genug…Nimm nun, o Herr, meine Seele!“). Er flieht in die Wüste, wo er, von Engeln bewacht, einschläft. Mendelssohn gestaltet diese Szene mit dem wohl bekanntesten Stück des Oratoriums, dem Engel-Terzett „Hebe deine Augen auf“. Beinahe volksliedhaft angelegt und ohne jegliche Begleitung, wirkt es gerade in dieser Schlichtheit äußerst emotional.

Von dem Engelschor wird Elias auf den Berg Horeb geleitet, wo er nach längerem Zweifeln den Entschluss fasst, noch einmal gegen die Götzenverehrer in den Kampf zu ziehen. Mit der Erscheinung des Herrn, der nicht im Sturm, nicht im Erdbeben und nicht im Feuer auftritt, sondern in der leisen Stimme, schöpft er neue Kraft. Dieses vom Volk erwartete Auftreten Gottes in einem der drei Elemente wird in einem dramatischen Chorsatz gestaltet, der sich dynamisch und temporeich zu einem Höhepunkt hin entwickelt, dort aber abrupt in ein „stilles, sanftes Säuseln“ wechselt, „in dem sich der Herr naht“.

Elias nimmt den Auftrag an, vor jene „Siebentausend in Israel“ zu treten, die sich nicht Baal gebeugt haben, und einen neuen Bund zwischen Gott und seinem Volk zu schließen. Am Ende holt Gott Elias zu sich und er zieht „mit einem feurigen Wagen“ gen Himmel.

Das Oratorium endet mit dem Gott preisenden Chor „Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name“. In Verbindung mit dem vorangehenden Solistenquartett „Wohl an alle, die ihr durstig seid“ lässt sich durchaus ein Bezug zu Christus erkennen und somit die von Mendelssohn vermutlich auch so angelegte Verknüpfung von Altem und Neuem Testament.

Quellen:

  • Pahlen, Kurt: Oratorien der Welt. Elias
  • Steinberg: Listeners Guide. Felix Mendelssohn-Bartholdy. Elias

Libretto

Einleitung

Rezitativ

Elias

So wahr der Herr, der Gott Israels lebet, vor dem ich stehe: Es sollen diese Jahre weder Tau noch Regen kommen, ich sage es denn.

Ouvertüre

Die Dürrezeit

Nr. 1 – Chor

Das Volk

Hilf, Herr!

Hilf, Herr! willst du uns denn gar vertilgen?

Die Ernte ist vergangen, der Sommer ist dahin.

Und uns ist keine Hilfe gekommen.

Will denn der Herr nicht mehr Gott sein in Zion?

Die Tiefe ist versieget und die Ströme sind vertrocknet.

Dem Säugling klebt die Zunge am Gaumen vor Durst.

Die jungen Kinder heischen Brot und da ist niemand, der es ihnen breche!

Nr. 2 – Duett mit Chor

Zwei Frauen

Zion streckt ihre Hände aus, und da ist niemand, der sie tröste.

Das Volk

Herr, höre unser Gebet!

Nr. 3 – Rezitativ

Obadjah

Zerreißet eure Herzen, und nicht eure Kleider!

Um unsrer Sünde willen hat Elias den Himmel verschlossen, durch das Wort des Herrn.

So bekehret euch zu dem Herrn, eurem Gott, denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte, und reut ihn bald der Strafe.

Nr. 4 – Arie

Obadjah

„So ihr mich von ganzem Herzen suchet, so will ich mich finden lassen“, spricht unser Gott.

Ach! daß ich wüßte, wie ich ihn finden und zu seinem Stuhle kommen möchte!

Nr. 5 – Chor

Das Volk

Aber der Herr sieht es nicht, er spottet unser!

Der Fluch ist über uns gekommen, er wird uns verfolgen, bis er uns tötet.

„Denn ich bin der Herr, dein Gott, ich bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern, bis ins dritte und vierte Glied derer, die mich hassen.

Und tue Barmherzigkeit an vielen Tausenden, die mich liebhaben und meine Gebote halten.“

Die Witwe von Serpata

Nr. 6 – Rezitativ

Ein Engel

Elias! Gehe hinweg von hinnen und wende dich gen Morgen, und verbirg dich am Bache Crith!

Du sollst vom Bache trinken und die Raben werden dir das Brot bringen des Morgens und des Abends, nach dem Wort deines Gottes.

Nr. 7 – Doppel–Quartett und Rezitativ

Die Engel

Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.

Daß sie dich auf Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.

Ein Engel

Nun auch der Bach vertrocknet ist, Elias, mache dich auf, gehe gen Zarpath und bleibe daselbst!

Denn der Herr hat daselbst einer Witwe geboten, daß sie dich versorge.

Das Mehl im Cad soll nicht verzehret werden und dem Ölkruge soll nichts mangeln, bis auf den Tag, da der Herr regnen lassen wird auf Erden.

Nr. 8 – Rezitativ, Arie und Duett

Die Witwe

Was hast du an mir getan, du Mann Gottes?

Du bist zu mir hereingekommen, daß meiner Missetat gedacht und mein Sohn getötet werde!

Hilf mir, du Mann Gottes!

Mein Sohn ist krank, und seine Krankheit ist so hart, daß kein Odem mehr in ihm blieb.

Ich netze mit meinen Tränen mein Lager die ganze Nacht.

Du schaust das Elend, sei du der Armen Helfer! Hilf meinem Sohn! Es ist kein Odem mehr in ihm!

Elias

Gib mir her deinen Sohn!

Herr, mein Gott, vernimm mein Flehn!

Wende dich Herr, und sei ihr gnädig, und hilf dem Sohne deiner Magd!

Denn du bist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte und Treue!

Herr mein Gott, lasse die Seele dieses Kindes wieder zu ihm kommen!

Die Witwe

Wirst du denn unter den Toten Wunder tun?

Es ist kein Odem mehr in ihm!

Elias

Herr, mein Gott, lasse die Seele dieses Kindes wieder zu ihm kommen!

Die Witwe

Werden die Gestorb’nen aufstehn und dir danken?

Elias

Herr, mein Gott, lasse die Seele dieses Kindes wieder zu ihm kommen!

Die Witwe

Der Herr erhört deine Stimme, die Seele des Kindes kommt wieder!

Es wird lebendig!

Elias

Siehe da, dein Sohn lebet!

Die Witwe

Nun erkenn ich, daß du ein Mann Gottes bist, und des Herrn Wort in deinem Munde ist Wahrheit.

Wie soll ich dem Herrn vergelten alle seine Wohltat, die er an mir tut?

Elias

Du sollst den Herrn, deinen Gott lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allem Vermögen. Wohl dem, der den Herrn fürchtet!

Beide

Du sollst den Herrn, deinen Gott lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allem Vermögen. Wohl dem, der den Herrn fürchtet!

Nr. 9 – Chor

Chor

Wohl dem, der den Herrn fürchtet und auf seinen Wegen geht.

Den Frommen geht das Licht auf in der Finsternis.

Den Frommen geht das Licht auf von dem Gnädigen, Barmherzigen und Gerechten.

Die Feuerprobe auf dem Berg Carmel

Nr. 10 – Rezitativ und Chor

Elias

So wahr der Herr Zebaoth lebet, vor dem ich stehe:

Heute im dritten Jahre will ich mich dem Könige zeigen und der Herr wird wieder regnen lassen auf Erden.

Ahab

Bist du’s, Elias, bist du’s, der Israel verwirrt?

Chor

Du bist’s, Elias, du bist’s der Israel verwirrt!

Elias

Ich verwirre Israel nicht, sondern du, König, und deines Vaters Haus damit, daß ihr des Herrn Gebot verlaßt und wandelt Baalim nach.

Wohlan! so sende nun hin, und versammle zu mir das ganze Israel auf den Berg Carmel, und alle Propheten Baals und alle Propheten des Hains, die vom Tische der Königin essen:

Da wollen wir sehn, ob Gott der Herr ist.

Das Volk

Da wollen wir sehn, ob Gott der Herr ist.

Elias

Auf denn, ihr Propheten Baals, erwählet einen Farren und legt kein Feuer daran und rufet ihr an den Namen eures Gottes und ich will den Namen des Herrn anrufen;

welcher Gott nun mit Feuer antworten wird, der sei Gott.

Das Volk

Ja, welcher Gott nun mit Feuer antworten wird, der sei Gott.

Elias

Ruft euren Gott zuerst, denn eurer sind viele.

Ich aber bin allein übergeblieben, ein Prophet des Herrn.

Ruft eure Feldgötter, und eure Berggötter!

Nr. 11 – Chor

Die Propheten Baals

Baal, erhöre uns!

Wende dich zu unserm Opfer, Baal erhöre uns!

Höre uns, mächtiger Gott! Baal erhöre uns!

Send uns dein Feuer, und vertilge den Feind!

Nr. 12 – Rezitativ und Chor

Elias

Rufet lauter!

Denn er ist ja Gott, er dichtet, oder er hat zu schaffen, oder ist über Feld, oder schläft er vielleicht, daß er aufwache.

Rufet lauter!

Die Propheten Baals

Baal, erhöre uns, wache auf!

Warum schläfst du?

Nr. 13 – Rezitativ und Chor

Elias

Rufet lauter!

Er hört euch nicht!

Ritzt euch mit Messern und mit Pfriemen nach eurer Weise!

Hinkt um den Altar, den ihr gemacht! Rufet und weissagt!

Da wird keine Stimme sein, keine Antwort, kein Aufmerken.

Die Propheten Baals

Baal! Baal! Gib uns Antwort, Baal!

Siehe, die Feinde verspotten uns!

Gib uns Antwort!

Elias

Kommt her, alles Volk, kommt her zu mir

Nr. 14 – Arie

Elias

Herr, Gott Abrahams, Isaaks und Israels, lass heut kundwerden, daß du Gott bist und ich dein Knecht.

Herr, Gott Abrahams! Und daß ich solches alles nach deinem Worte getan!

Erhöre mich, Herr, erhöre mich!

Herr, Gott Abrahams, Isaaks und Israels, erhöre mich, Herr, erhöre mich!

Daß dies Volk wisse, daß du der Herr Gott bist, daß du ihr Herz danach bekehrest!

Nr. 15 – Quartett

Die Engel

Wirf dein Anliegen auf den Herrn, der wird dich versorgen, und wird den Gerechten nicht ewiglich in Unruhe lassen.

Denn seine Gnade reicht so weit der Himmel ist, und keiner wird zu Schanden, der seiner harret.

Nr. 16 – Rezitativ und Chor

Elias

Der du deine Diener machst zu Geistern, und deine Engel zu Feuerflammen, sende sie herab!

Das Volk

Das Feuer fiel herab!

Die Flamme fraß das Brandopfer! Fallt nieder auf euer Angesicht!

Der Herr ist Gott!

Der Herr, unser Gott, ist ein einiger Herr, und es sind keine andern Götter neben ihm.

Elias

Greift die Propheten Baals, daß ihrer keiner entrinne, führt sie hinab an den Bach, und schlachtet sie daselbst!

Das Volk

Greift die Propheten Baals, daß ihrer keiner entrinne!

Nr. 17 – Arie

Elias

Ist nicht des Herrn Wort wie ein Feuer, und wie ein Hammer, der Felsen zerschlägt?

Gott ist ein rechter Richter, und ein Gott, der täglich droht.

Will man sich nicht bekehren, so hat er sein Schwert gewetzt, und seinen Bogen gespannt, und zielet!

Nr. 18 – Arioso

Stimme Gottes*

Weh ihnen, daß sie von mir weichen! Sie müssen verstöret werden, denn sie sind abtrünnig von mir geworden.

Ich wollte sie wohl erlösen, wenn sie nicht Lügen wider mich lehrten.

Ich wollte sie wohl erlösen, aber sie hören es nicht. Weh ihnen!

Das Regenwunder

Nr. 19 – Rezitativ

Obadjah

Hilf deinem Volk, du Mann Gottes!

Es ist ja doch unter den Heiden Götzen keiner, der Regen könnte geben, so kann der Himmel auch nicht regnen, denn Gott allein kann solches alles tun.

Elias

Oh Herr, du hast nun Feinde verworfen und zerschlagen!

So schaue nun vom Himmel herab, und wende die Not deines Volkes.

Öffne den Himmel und fahre herab! Hilf deinem Knecht, o du, mein Gott!

Das Volk

Öffne den Himmel und fahre herab! Hilf deinem Knecht, o du, mein Gott!

Elias

Gehe hinauf, Knabe, und schaue zum Meere zu, ob der Herr mein Gebet erhört.

Der Knabe

Ich sehe nichts, der Himmel ist ehern über meinem Haupte.

Elias

Wenn der Himmel verschlossen wird, weil sie an dir gesündigt haben, und sie werden beten und deinen Namen bekennen und sich von ihren Sünden bekehren,

so wollest du ihnen gnädig sein, hilf deinem Knecht, o du mein Gott!

Das Volk

So wollest du uns gnädig sein, hilf deinem Knecht, o du, mein Gott!

Elias

Gehe wieder hin und schaue zum Meere zu.

Der Knabe

Ich sehe nichts, die Erde ist eisern unter mir!

Elias

Rauscht es nicht, als wollte es regnen!

Siehest du noch nichts vom Meere her?

Der Knabe

Ich sehe nichts!

Elias

Wende dich zum Gebet deines Knechts, zu seinem Fleh’n, Herr!

Herr, du mein Gott! Wenn ich rufe zu dir, Herr mein Hort, so schweige nicht!

Gedenke Herr an deine Barmherzigkeit!

Der Knabe

Es gehet eine kleine Wolke auf aus dem Meere, wie eines Mannes Hand.

Der Himmel wird schwarz von Wolken und Wind; es rauschet stärker und stärker.

Das Volk

Danket dem Herrn, denn er ist freundlich.

Elias

Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

Nr. 20 – Chor

Das Volk

Dank sei dir Gott, du tränkest das durst’ge Land.

Die Wasserströme erheben sich, sie erheben ihr Brausen.

Die Wasserwogen sind groß und brausen gewaltig.

Doch der Herr ist noch größer in der Höhe.

Eröffnung des 2. Teils

Nr. 21 – Arie, Rezitativ und Arie

Sopran

Höre, Israel, höre des Herrn Stimme!

Ach, daß du merkest auf sein Gebot.

Aber wer glaubt unsrer Predigt, und wem wird der Arm des Herrn geoffenbart?

So spricht der Herr, der Erlöser Israels, sein Heiliger zum Knecht, der unter den Tyrannen ist, so spricht der Herr:

„Ich bin euer Tröster. Weiche nicht, denn ich bin dein Gott, ich stärke dich!

Wer bist du denn, daß du dich vor Menschen fürchtest, die doch sterben, und vergissest des Herrn, der dich gemacht hat, der den Himmel ausbreitet, und die Erde gründet, wer bist du denn?“

Nr. 22 – Chor

Chor

Fürchte dich nicht, spricht unser Gott, ich bin mit dir, ich helfe dir, denn ich bin der Herr, dein Gott, der zu dir spricht: Fürchte dich nicht!

Ob tausend fallen zu deiner Seite und zehentausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen.

Die Anfeindung vor dem Königspaar

Nr. 23 – Rezitativ und Chor

Elias

Der Herr hat dich erhoben aus dem Volk und dich zum König über Israel gesetzt.

Aber du, Ahab, hast Übel getan über alle, die vor dir gewesen sind.

Es war dir ein Geringes, daß du wandeltest in der Sünde Jerobeams und machtest dem Baal einen Hain, den Herrn, den Gott Israels, zu erzürnen; du hast totgeschlagen und fremdes Gut genommen!

Und der Herr wird Israel schlagen, wie ein Rohr im Wasser bewegt wird, und wird Israel übergeben, um eurer Sünde willen.

Die Königin

Habt ihr’s gehört, wie er geweissagt hat wider dieses Volk?

Das Volk

Wir haben es gehört!

Die Königin

Wie er geweissagt hat wider den König in Israel?

Das Volk

Wir haben es gehört!

Die Königin

Warum darf er weissagen im Namen des Herrn?

Was wäre für ein Königreich in Israel, wenn Elias Macht hätte über des Königs Macht?

Die Götter tun mir dies und das, wenn ich nicht morgen um diese Zeit seiner Seele tue, wie dieser Seelen einer, die er geopfert hat am Bache Kison.

Das Volk

Er muß sterben!

Die Königin

Er hat die Propheten Baals getötet.

Das Volk

Er muß sterben!

Die Königin

Er hat sie mit dem Schwert erwürgt.

Das Volk

Er hat sie erwürgt.

Die Königin

Er hat den Himmel verschlossen.

Das Volk

Er hat den Himmel verschlossen.

Die Königin

Er hat die teure Zeit über uns gebracht.

Das Volk

Er hat die teure Zeit über uns gebracht.

Die Königin

So ziehet hin und greift Elias, er ist des Todes schuldig.

Tötet ihn, laßt uns ihm tun, wie er getan hat.

Nr. 24 – Chor

Das Volk

Wehe ihm, er muß sterben!

Warum darf er den Himmel verschließen?

Warum darf er weissagen im Namen des Herrn?

Dieser ist des Todes schuldig!

Wehe ihm, er muß sterben, denn er hat geweissagt wider diese Stadt, wie wir mit unsern Ohren gehört.

So ziehet ihn, greifet ihn, tötet ihn!

Elias in der Wüste

Nr. 25 – Rezitativ und Duett

Obadjah

Du Mann Gottes, laß meine Rede etwas vor dir gelten!

So spricht die Königin: „Elias ist des Todes schuldig“.

Und sie sammeln sich wider dich, sie stellen deinem Gange Netze, und ziehen aus, daß sie dich greifen, daß sie dich töten!

So mache dich auf und wende dich von ihnen, gehe hin in die Wüste!

Der Herr, dein Gott wird selber mit dir wandeln, er wird die Hand nicht abtun, noch dich verlasen.

Ziehe hin und segne uns auch!

Elias

Sie wollen sich nicht bekehren!

Bleibe hier, du Knabe, der Herr sei mit euch!

Ich gehe hin in die Wüste.

Nr. 26 – Arie

Elias

Es ist genug! So nimm nun, Herr, meine Seele! Ich bin nicht besser denn meine Väter.

Ich begehre nicht mehr zu leben, denn meine Tage sind vergeblich gewesen.

Ich habe geeifert um den Herrn, um den Gott Zebaoth, denn die Kinder Israels haben deinen Bund verlassen, deine Altäre haben sie zerbrochen, deine Propheten mit dem Schwert erwürgt.

Und ich bin allein übrig geblieben und sie steh’n danach, daß sie mir mein Leben nehmen.

Es ist genug! So nimm nun, Herr, meine Seele! Ich bin nicht besser denn meine Väter.

Nr. 27 – Rezitativ

Erzähler*

Siehe, er schläft unter dem Wacholder in der Wüste, aber die Engel des Herrn lagern sich um die her, so ihn fürchten.

Nr. 28 – Terzett

Drei Engel

Hebe deine Augen auf zu den Bergen, von welchen dir Hilfe kommt.

Deine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.

Nr. 29 – Chor

Erzähler*

Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht.

Wenn du mitten in Angst wandelst, so erquickt er dich.

Die Gotteserscheinung auf dem Berg Horeb

Nr. 30 – Rezitativ

Der Engel

Stehe auf, Elias, denn du hast einen großen Weg vor dir.

Vierzig Tage und vierzig Nächte sollst du geh’n bis an den Berg Gottes Horeb.

Elias

O Herr, ich arbeite vergeblich und bringe meine Kraft umsonst und unnütz zu.

Ach, daß du den Himmel zerrissest und führest herab!

Daß die Berge vor dir zerflössen!

Daß deine Feinde vor dir zittern müßten durch die Wunder, die du tust!

Warum lässest du sie irren von deinen Wegen und ihr Herz verstocken, daß sie dich nicht fürchten?

O, daß meine Seele stürbe!

Nr. 31 – Arie

Ein Engel

Sei stille dem Herrn und warte auf ihn, der wird dir geben, was dein Herz wünscht.

Befiel ihm deine Wege und hoffe auf ihn. Steh‘ ab vom Zorn und laß den Grimm.

Nr. 32 – Chor

Erzähler*

Wer bis an das Ende beharrt, der wird selig.

Nr. 33 – Rezitativ

Elias

Herr, es wird Nacht um mich, sei du nicht ferne!

Verbirg dein Antlitz nicht vor mir!

Meine Seele dürstet nach dir, wie ein dürres Land.

Der Engel

Wohlan denn, gehe hinaus und tritt auf den Berg vor den Herrn, denn seine Herrlichkeit erscheinet über dir.

Verhülle dein Antlitz, denn es naht der Herr.

Nr. 34 – Chor

Erzähler*

Der Herr ging vorüber, und ein starker Wind, der die Berge zerriß, und die Felsen zerbrach, ging vor dem Herrn her, aber der Herr war nicht im Sturmwind.

Der Herr ging vorüber, und die Erde erbebte, und das Meer erbrauste, aber der Herr war nicht im Erdbeben.

Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer, die Erde erbebte, das Meer erbrauste, aber der Herr war nicht im Feuer.

Und nach dem Feuer kam ein stilles sanftes Sausen.

Und in dem Säuseln nahte sich der Herr.

Nr. 35 – Rezitativ und Chor

Erzähler*

Seraphim standen über ihm, und einer rief zum andern:

Seraphim und Chor

Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth. Alle Lande sind seiner Ehre voll.

Nr. 36 – Chor und Rezitativ

Chor der Engel

Gehe wiederum hinab!

Noch sind übrig geblieben siebentausend in Israel, die sich nicht gebeugt vor Baal.

Gehe wiederum hinab, tue nach des Herrn Wort!

Elias

Ich gehe hinab in der Kraft des Herrn.

Du bist ja der Herr!

Ich muß um deinetwillen leiden, darum freuet sich mein Herz und ich bin fröhlich; auch mein Fleisch wird sicher liegen.

Die Himmelfahrt

17. Nr. 37 – Arioso

Elias

Ja, es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber deine Gnade wird nicht von mir weichen, und der Bund deines Friedens soll nicht fallen.

Nr. 38 – Chor

Erzähler*

Und der Prophet Elias brach hervor wie ein Feuer, und sein Wort brannte wie eine Fackel.

Er hat stolze Könige gestürzt.

Er hat auf dem Berge Sinai gehört die zukünftige Strafe und in Horeb die Rache.

Und da der Herr ihn wollte gen Himmel holen, siehe! da kam ein feuriger Wagen mit feurigen Rossen und er fuhr im Wetter gen Himmel.

Schluss (Eschathologie und Weissagung)

Nr. 39 – Arie (Tenor)

Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich.

Wonne und Freude werden sie ergreifen, aber Trauern und Seufzen wird vor ihnen fliehen.

Nr. 40 – Rezitativ (Sopran)

Darum ward gesendet der Prophet Elias, eh‘ denn da komme der große und schreckliche Tag des Herrn:

Er solle das Herz der Väter bekehren zu den Kindern, und das Herz der Kinder zu ihren Vätern, daß der Herr nicht komme und das Erdreich mit dem Banne schlage.

Nr. 41 – Chor und Soloquartett

Aber einer erwacht von Mitternacht, und er kommt vom Aufgang der Sonne, der wird des Herrn Namen predigen, und wird über die Gewaltigen gehen; das ist sein Knecht, sein Auserwählter, an welchem seine Seele Wohlgefallen hat.

Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rat’s und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.

Wohlan, alle die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser, kommt her zu ihm, und neigt euer Ohr, und kommt zu ihm, so wird eure Seele leben.

Nr. 42 – Chor

Alsdann wird euer Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und eure Besserung wird schnell wachsen, und die Herrlichkeit des Herrn wird euch zu sich nehmen.

Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen, da man dir danket im Himmel. Amen!


Mitwirkende

Elisabeth von Stritzky


Barbara Elisabeth von Stritzky studierte von 2006 bis 2016 bei Prof. Christoph Prégardien, Prof. Klesie Kelly-Moog und Prof. Kai Wessel an der Musikhochschule Köln. Im Herbst 2016 schloss sie ihr Konzertexamen mit Auszeichnung ab. Meisterkurse unter anderem bei Emma Kirkby, Editha Gruberova und Konrad Junghänel ergänzten ihrer Ausbildung. Des weiteren absolvierte sie neben ihrer künstlerischen Ausbildung die Studiengänge Gesangspädagogik, Musiktherapie und Elementare Musikpädagogik. Barbara Elisabeth von Stritzky war Stipendiatin des Yehudi Menuhin Vereins „Live Music Now“, des Wagnerverbandes Köln, erhielt ein Hochbegabtenstipendium vom Verein der Freunde und Förderer der HfMT Köln und wurde von der Konrad Adenauer Stiftung, dem DAAD und der Dr. Carl Dörken Stiftung gefördert. 2019 wird sie mit dem Ensemble Cembaless in das von „Creative Europe Programme of the European Union“ unterstütze Weiterbildungsprogramm Eeemerging+ (Emerging european ensembles) aufgenommen. Die junge Sopranistin ist Preisträgerin zahlreicher nationaler und internationaler Wettbewerbe. Zuletzt gewann sie 2017 zusammen mit dem Pianisten Tobias Koltun beim internationalen Wettbewerb für zeitgenössisches Lied in Karlsruhe den dritten Preis. Die im Januar 2021 beim Label NAXOS veröffentlichte CD „passacaglia della vita“ mit dem Ensemble Cembaless wurde in drei Kategorien für den Opus Klassik nominiert, unter anderem als Nachwuchsängerin des Jahres. Seit der Spielzeit 2015/16 ist sie Mitglied des Staatsopernchores Stuttgart. Gastengagements und eine rege Konzerttätigkeit bilden einen weiteren Schwerpunkt, zum Beispiel mit dem Kölner Kammerorchester, dem MDR Sinfonieorchester, und andere. Mit dem von ihr mitbegründeten Ensemble für alte und neue Musik „Cembaless“ konzertiert sie europaweit.

Cornelia Sander

Cornelia Sander wurde in Siegen / Westfalen geboren und absolvierte ihre künstlerische Ausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik Köln, welche sie mit Auszeichnung abschloss. Ihre Tätigkeit als Konzertsängerin führt sie ins In-und Ausland., u.a. nach Slowenien, in die Schweiz, nach Frankreich und Russland. Cornelia Sander arbeitet als Gesangspädagogin an verschiedenen Musikschulen im Main-Kinzig-Kreis und veranstaltet Kammermusikkonzerte mit ihren Schülerinnen. Sie bietet im Rahmen des „Elementaren Musiktheaters“ nach Manuela Widmer / Salzburg Musiktheaterprojekte für Kinder und Jugendliche an, die Schwerpunkte besonders auf Gesang und körperlichen Selbstausdruck legen. Das Musizieren mit Kammermusikensembles liegt ihr besonders am Herzen. Regelmäßige Konzerte mit dem Kegelstattensemble Gelnhausen bereichern seit Jahren das kulturelle Leben in der Region. Cornelia Sander lebt in Bad Soden-Salmünster.

Marcus Ullmann

Der lyrische Tenor Marcus Ullmann stammt aus dem Erzgebirge nahe Dresden und kam als Mitglied des Dresdner Kreuzchores schon früh mit Musik in Berührung. Er studierte an der Musikhochschule Dresden bei Hartmut Zabel und Margret Trappe-Wiel, später in Berlin bei Dietrich Fischer-Dieskau und in Karlsruhe bei Marga Schiml. Nach seinem Studium, das er in den Bereichen Lied, Konzert und Oper mit Auszeichnung abschloss, führten ihn schon bald Engagements an das Staatstheater Mainz und die Semperoper Dresden. Es folgten Gastspiele am Teatro la Fenice, dem Teatro dell`opera di Roma, am Teatro Comunale Firenze und der Los Angeles Opera. Zudem war er in Boston im Rahmen des Early Music Festivals als Nero in Monteverdis „L’incoronazione di Poppea“ zu hören. Konzerte führten ihn in alle wichtigen Musikzentren Europas, nach Nord- und Südamerika, nach Afrika sowie nach Russland, Israel und Japan, wo er unter anderem mit den Dirigenten Frieder Bernius, Ivor Bolton, Frans Brüggen, Riccardo Chailly, Marcus Creed, Enoch zu Guttenberg, Ludwig Güttler, Sigiswald Kuijken, Kent Nagano, Hans-Christoph Rademann, Helmuth Rilling und Peter Schreier sang. Häufig war er beim Dresdner Kreuzchor, dem Windsbacher Knabenchor und dem Thomanerchor Leipzig zu Gast. Marcus Ullmann gab Liederabende bei vielen verschiedenen Kammermusikfestivals, so bei der Schubertiade Schwarzenberg, in Moritzburg und im finnischen Kuhmo, wie auch im Rahmen des West Cork Chamber Music Festivals und des Europäischen Musikfestes Stuttgart. Mit namhaften Pianisten musizierte er bei den Salzburger Festspielen, in der Wigmore Hall London, im Concertgebouw Amsterdam, im Opernhaus Kairo und in der Musashino Shimin Bunka Kaikan Hall Tokyo. Eine besonders intensive Zusammenarbeit verbindet ihn derzeit vor allem mit Alexander Schmalcz und Martin Stadtfeld. Zahlreiche seiner Auftritte wurden von Rundfunk- und Fernsehanstalten mitgeschnitten, zuletzt „Bachkantaten in Vorarlberg“ (ORF) und „Ein Leben aus Erinnerung und Utopie – Werke von Juan Allende Blin“ (DLR). Daneben belegt eine umfangreiche Diskografie seine Vielseitigkeit. In den letzten Jahren erschienen Karsten Gundermanns „Des Menschen Wille“ (UA), „Duette & Quartette“ von Brahms mit Helmut Deutsch am Klavier sowie „Schottische Lieder“ von Beethoven.

Hinrich Horn


Der nordfriesisch-westfälische Bariton Hinrich Horn sang an verschiedenen Opernhäusern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Nach seinen ersten Erfahrungen als Gast am Nationaltheater Mannheim und an der Staatsoper Hannover entschloss er sich für eine klassische Laufbahn im Festengagement. Im Mainfrankentheater Würzburg hat er seine künstlerische Heimat gefunden. Hinrich Horns breit gefächertes Repertoire beinhaltet sowohl bedeutende Mozartpartien wie Guglielmo (Così fan tutte), Figaro, Conte Almaviva, Papageno als auch Belcanto-Rollen wie Barbiere, Enrico Ashton, Valentin. Außerdem ist er ein gefragter Interpret des deutschen Faches mit Partien wie Zar Peter 1. oder auch Graf Eberbach (Wildschütz). Große Erfolge feierte er mit den Bariton-Partien aus Eötvös Oper Der Goldene Drache und Wolfram (Tannhäuser). Der Weg ins Wagnerfach wird nun mit Donner fortgesetzt, zuletzt gab er seine umjubelte Premiere mit Onegin in Originalsprache und nun stehen weitere Kavalierbaritonpartien in der Uraufführung von Schimmelpfennigs und Ehrenfellners Bearbeitung des Karl und Anna – Stoffes, sowie Enrico Ashton in Donizettis Lucia di Lammermoor auf dem Spielplan. Hinrich Horns Konzerttätigkeit begleitet sein gesamtes Sängerleben und führte ihn in viele bedeutende europäische und asiatische Konzertsäle. Er ist mit den meisten Bass-Partien aus Bachs breitem Werk performativ schon seit seinem Studium eng vertraut, singt auch einschlägige Werke der Klassik und Romantik (Haydns Schöpfung und Die Jahreszeiten, Beethovens 9. Sinfonie, Brahms Ein deutsches Requiem). Auch die nun schon klassische Moderne, wie das türkische Epos Yunus Emre aus der Feder Ahmet Adnan Sayguns oder den Bariton- und Basspart aus Frank Martins In terra pax gehören zu seinem Repertoire. Nach der wunderbaren Partie des Mendelsohn-Bartoldischen Elias werden das nächste Projekt die existenziellen 6 Monologe aus „Jedermann“ nach dem Stück von Hugo von Hofmannsthal sein.

Carsten Rupp

Der gebürtige Fuldaer Carsten Rupp studierte mit künstlerischem und pädagogischem Schwerpunkt an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt und der Akademie für Tonkunst in Darmstadt sowie Kulturmanagement an der Hochschule für Musik und Tanz in Hamburg. Meisterkurse bei Linda Hurst, Richard Wistreich, Frieder Bernius, Kurt Widmer und dem Hilliard-Ensemble ergänzten seine dirigentische und sängerische Ausbildung. Die Zugehörigkeit zu verschiedenen Ensembles des Operetten-, Opern- und Musiktourneetheaterbereichs führten den lyrischen Bariton als Sänger und Solist auf verschiedenste Bühnen und Konzertpodien im In- und Ausland. Seit 2011 ist er Chordirektor des Städtischen Konzertchors Winfridia Fulda und gestaltet mit diesem regelmäßig konzeptionell-innovative und musikalisch-kulturell anspruchsvolle chorsymphonische Konzerte. Außerdem arbeitet er regelmäßig mit der Kantorei und dem Kammerorchester an St. Markus, Frankfurt / Main und bei diversen Chören als Gastdirigent. In den vergangenen Jahren war er u.a. als musikalischer Leiter des Fuldaer Musikalsommers, der musica-europa Marburg, der camerata nuova Wiesbaden und verschiedenen Musik(theater)produktionen in Hamburg, Frankfurt und Köln tätig. Im November 2017 zeichnete ihn die Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände mit dem Titel „Chordirektor (BDC)“ aus. Zugunsten seiner dirigentischen Arbeit beschränkt er seine gesangliche Tätigkeit heute auf kammermusikalische Konzerte und unterrichtet an der Musikschule der Stadt Fulda Gesang mit dem Schwerpunkt der klassischen Stimmbildung und des Crossovers sowie Dirigieren. Seit Beginn des Jahres leitet er auch den dortigen Kammerchor „cappanello vocale“ sowie den neu gegründeten Kinderchor.

Chorsoli

Engel (Doppel-Quartett):

Conny Barby, Matthis Barby, Eckhard Beesk, Florian Däumling, Martin Dux, Julia Eckert, Stefan Euler, Stefan Gaus, Elke Götz, Stefan Gottschlich, Cornelia Grieb, Arnoud Kloosterman, Horst Michel, Nacho Potero, Elke Pummer, Bettina Reichardt, Karola Reith, Ann-Kathrin Reul-Schulz, Friederike Röhrig, Miriam Salentin, Monika Stommel, Maximilian Traut, Dietrich Unverzagt, Sabine Weyh

Engel (Terzett):

Sonja Beier

Seraphim:

Conny Barby, Sabine Heiner, Bettina Reichardt, Friedericke Röhrig, Ruth Scheunert, Monika Stommel, Sabine Weyh, Michaela Wiefhoff, Hiromi Yamagishi-Schreiner

Städtischer Konzertchor Winfridia Fulda

Der Städtische Konzertchor Winfridia ist der einzige weltliche Konzertchor in der Region Fulda und damit einer der wenigen leistungsorientierten Chöre Osthessens. Er zeichnet sich durch seine über 145-jährige Geschichte ebenso aus, wie durch seine immer wieder neu akzentuierten, jedoch stets gleichbleibend anspruchsvollen Konzertprogramme. Der Name des Chores geht auf den Gründer des Klosters Fuldas, Winfried von Crediton – besser bekannt unter dem Namen Bonifatius – zurück. 1876 als katholischer Männergesangverein gegründet, wurde die Winfridia 1928 mit dem Oratorienchor Cäcilia zu einem gemischten Chor zusammengeschlossen. Seit 1948 trägt die Winfridia den Titel „Konzertchor der Stadt Fulda“, der ihr aufgrund „besonderer Verdienste um das musikalische Wirken innerhalb und außerhalb Fuldas“ durch den Magistrat der Stadt Fulda, vertreten durch den damaligen Oberbürgermeister Dr. Cuno Rabe, verliehen wurde. Derzeit gehören dem Konzertchor etwa 60 aktive Sängerinnen und Sänger an. In wöchentlichen Proben sowie Probenwochenenden studieren sie mit viel Leidenschaft und Freude an anspruchsvoller Musik die wechselnden Programme für jährlich mehrere Konzerte ein. Dabei arbeitet der Chor immer wieder mit herausragenden Musikern, namhaften Orchestern sowie Solisten, zusammen. Entsprechend dem „Singakademischen Gedanken“ ist ihnen dabei die Pflege des klassischen Konzertrepertoires ebenso wichtig, wie die Erarbeitung und Vorstellung weniger bekannter und zeitgenössischer Werke. Die Aufführungen „Yunus Emre“ und „Fuldensie II – Hugo Staehle“ wurden daher auch vom Hessischen Rundfunk für das Radioprogramm mitgeschnitten. Mit den Konzerten, die überregional Beachtung finden, verschiedenen Gastspielen und Konzertreisen, u.a. nach Berlin, Italien, Tschechien, Israel und in die Niederlande, ist der Städtische Konzertchor Winfridia Fulda ein musikalisches Aushängeschild der Stadt Fulda und ein herausragender Kulturträger der Region.

Chor 2.022

Der Chor 2.0 ist ein Projektchor unter der Leitung von Carsten Rupp, welcher sich aus dem Symphonischen Chor des Bonifatius-OpenAirs 2019 auf dem Fuldaer Domplatz entwickelt hat. Er bietet interessierten und chorerfahrenen Sängerinnen und Sängern ein jährliches Projekt an, welches überwiegend auf der Basis der Neuen Medien vorbereitet und einstudiert wird – mit reinen Online-Chorproben, „Running Scores“, „Audio-Guides“ und hybriden Probenfomaten. Auf diesem Weg kommen Mitwirkende aus allen Regionen Hessens zusammen und erarbeiten in wenigen gemeinsamen, konzentrierten und anspruchsvollen Präsenzproben eine detailreiche Musikgestaltung. So sang er 2020 eine Musical-Gala in der Fuldaer Orangerie und 2021 eine Operngala in der Bad Hersfelder Stiftsruine (noch unter dem Namen Bad Hersfelder Festspielchor) und wird auch als Chor 2.023 wieder zu hören sein.

Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach

Die Vogtland Philharmonie ist ein überregional agierendes Orchester mit einzigartig vielfältigem Spektrum: klassische Sinfoniekonzerte und Serenaden, festliche Galas, stilvolle „Konzerte in historischen Kostümen“, berühmte Filmmusiken mit Großbildwand und modernste Cross-Over-Produktionen wie „Classics unter Sternen“, „Philharmonic Rock“, „ABBA Tribute in SYMPHONY“ oder „Queen Classic Night“ füllen kleine Konzertsäle ebenso wie riesige Festivalgelände. Zur Förderung des musikalischen Nachwuchses entwickelte das Orchester außerdem erfolgreiche Projekte wie die Bildungskonzertreihe „Kids meet Classic“. Als „Musikalischer Botschafter“ gastiert der Klangkörper in Konzerthäusern der Region und in Musikzentren nahezu aller europäischen Länder, wie dem Goldenen Saal des Musikvereins Wien oder dem Gewandhaus zu Leipzig. Er war mehrfach Gast in der Türkei, China und den USA und ist bewährter Partner beim Internationalen Instrumentalwettbewerb Markneukirchen, beim Internationalen Akkordeonwettbewerb Klingenthal und dem Greizer Stavenhagen Wettbewerb. In einer einmaligen, städte-, kreis- und länderübergreifenden Fusion verschmolz die Vogtland Philharmonie 1992 aus dem Staatlichen Sinfonieorchester Greiz und dem Staatlichen Vogtlandorchester Reichenbach zu einem unverzichtbaren Kulturträger. Wirtschaftlich getragen durch die Freistaaten Thüringen und Sachsen, den Landkreis Greiz und den Vogtlandkreis sowie die Städte Greiz und Reichenbach, führt sie die über 150-jährige Orchestertradition im Vogtland auf höchster Qualitätsstufe fort und begeistert seither mit Innovationsgeist und Erfindungsreichtum.


[1] Steinberg Listener Guide – Mendelssohn Elias

[2] A.a.O.

[3] Pahlen, S. 359

[4] Pahlen nach F.C.Heller, S. 361

[5] Pahlen, S. 362